Kein Studium wegen Aufenthaltsbeschränkung

1. April 2009 | Kategorien: Fälle | drucken

Thüringen, Ilmkreis, Gehlberg
Quelle: Thüringer Landeszeitung vom 18.12.2007, The VOICE Refugee Forum

Der heute 20-jährige Syrer Tawfik L. kommt 2002 mit seiner Familie nach Deutschland. Die Eltern stellen wegen politischer Verfolgung einen Asylantrag. Tawfik ist sehr engagiert in der Schule und macht 2007 Abitur. Er bewirbt sich in Jena um einen Studienplatz für Informatik und bemüht sich bei einer Stiftung um ein Stipendium. Im Herbst 2007 wird er immatrikuliert. Jena ist eine kreisfreie Stadt. Die Ausländerbehörde des Ilmkreises macht die Universitätsverwaltung zunächst auf die Aufenthaltsbeschränkung aufmerksam. Da die Möglichkeit zu studieren für Asylsuchende nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt ist (es gibt kein Verbot, aber auch kein positives Gesetz), kann die Ausländerbehörde des Ilmkreises sich mit ihrer Position soweit durchsetzen, dass die Universität die Immatrikulation widerruft.

Recherche: Beate Selders