Nach Einkauf auf dem vietnamesischen Markt zur Kriminalpolizei

1. April 2009 | Kategorien: Fälle | drucken

Brandenburg, Potsdam
Quelle: Pater Stefan Taeubner, JS

“Haben die denn nichts zu tun? Bestellen eine Frau zur Vernehmung, weil sie auf einem Markt in Berlin einkaufen gefahren ist!”

Unter dem Namen Nguyen Thi Hoa wurde über die 37-jährige Vietnamesin, umdie es hier geht, in der Presse berichtet (Tagesspiegel u. a. vom 30.7.2007 “Die Schrecken der Erinnerung”). Sie war im Juli 2006 bei einer fragwürdigen Verfolgungsjagd durch die Bundespolizei zusammen mit fünf anderen vietnamesischen Flüchtlingen in einem Schleuserauto verunglückt. Vier Flüchtlinge kamen bei dem Unfall ums Leben. Seit Thi Hoa von den Unfallfolgen genesen ist, lebt sie als Asylbewerberin in Potsdam. In Berlin gibt es einen großen vietnamesischen Markt. Dorthin fährt sie ohne Verlassenserlaubnis zum Einkaufen. Im Regionalexpress auf dem Rückweg nach Potsdam kontrolliert die Polizei ihre Personalien. Ein paar Tage später wird sie wegen dieser Fahrt ohne Erlaubnis zur Kriminalpolizei bestellt. Pater Taeubner, der die Unfallüberlebende seelsorgerisch betreut, erfährt davon, ist empört und interveniert erfolgreich bei der Kriminalpolizei.

Recherche: Beate Selders