Wie Roma-Proteste verhindert werden

1. April 2009 | Kategorien: Fälle | drucken

Fall 16 erinnert an weitere zurückliegende, die hier, obwohl sie länger als vier Jahre zurückliegt, kurz erwähnt seien

Berlin und Düsseldorf
(Quelle: Flüchtlingsrat Berlin)

Im Juni des Jahres 2002 trafen nach sechs Wochen Protesten und Demonstrationen in verschiedenen Städten etwa 1.000 Roma aus Nordrhein-Westfalen in Berlin ein, um gegen ihre drohende Abschiebung in Teile des ehemaligen Jugoslawien zu protestieren. Die Senatsverwaltung für Soziales bemühte sich um Unterkünfte in drei verschiedenen Flüchtlingsheimen. Am folgenden Tag umstellt die Berliner Polizei die Unterkünfte, die Roma werden abgeführt, durchsucht, ihre Duldungspapiere eingezogen. Begründung: Verstoß gegen die Aufenthaltsbeschränkung. Sie werden aufgefordert, Berlin umgehend zu verlassen. Im Oktober wollen etwa 300 Roma mit Bussen von Düsseldorf nach Bremen auf die Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen fahren, um dort zu demonstrieren. Die Polizei sperrt das Gelände ab und lässt die Busse nicht fahren. Begründung: Geplanter Verstoß gegen die Aufenthaltsbeschränkung. Daraufhin machen sich an die Hundert zu Fuß zu einem Protestmarsch nach Bremen auf.

Recherche: Beate Selders