Zum Gottesdienst nach Berlin

21. Dezember 2009 | Kategorien: Material | drucken

Erlass Gottesdienste

Neuer Erlass des Innenministeriums Potsdam zum Besuch von Gottesdiensten

Die räumliche Beschränkung beschneidet unter anderem die Religionsfreiheit. Dieser Meinung sind auch die christlichen Kirchen. Sie haben die brandenburgische Landesregierung gebeten, Fahrten zum Besuch eines muttersprachlichen Gottesdienstes in Berlin und zur Teilnahme am Gemeindeleben allgemein zuzulassen. Bisher galt die Praxis, dass ein Besuch meist mit dem Hinweis verweigert wurde, im eigenen Landkreis gäbe es auch christliche Kirchen.

Am 17. Dezember, zeitgleich zur Landtagsdebatte über die ‘Residenzpflicht’, verschickte das Innenministerium einen Erlass an alle Kreise und kreisfreien Städte. Danach sollen künftig Asylsuchende – Asylbewerber/innen wie Geduldete – nach Berlin zu einem Gottesdienst in ihrer Sprache fahren dürfen. Die Erlaubnis soll auch für die regelmäßige Teilnahme am Gemeindeleben, Gemeindeveranstaltungen, Kirchenchor (siehe Erlass) erteilt werden. Das ist neu. Die Einschränkungen, die im Erlass formuliert werden, eröffnen allerdings auch weiterhin die Möglichkeit einer repressiven Praxis.