Verbotener Bildungshunger

24. Mai 2010 | Kategorien: Fälle, News, Presse | drucken

von Marina Mai, taz, 24.05.2010

Ein Iraner lebt als geduldeter Flüchtling in Brandenburg. Aus eigenem Antrieb hat er einen Schulabschluss an einer Berliner Volkshochschule gemacht – vorbildlich eigentlich. Jetzt soll er dafür bezahlen.

So hat Walid Rezaei vor wenigen Wochen bei der Härtefallkommission des Landes Brandenburg ein humanitäres Bleiberecht beantragt. Er hat es bekommen, weil er einen ganzen Aktenordner voll Dokumente über seine hervorragende Integration vorlegen konnte: die familiäre Bindung. Das Schulzeugnis. Nachweise über sein ehrenamtliches Engagement. Ausgerechnet diese Dokumente wurden ihm jetzt zum Verhängnis: Die Ausländerbehörde erfuhr durch sie, dass er trotz Behördenverbot die Schule in Berlin besucht hatte.

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